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Onkologie: Mehr als nur Chemotherapie

17. Dezember 2013

Wenn Zellen sich unkontrolliert teilen  

Zellteilung Der menschliche Körper ist aus Zellen aufgebaut. Die Zellteilung dient der Vermehrung dieser Zellen; sie findet in unserem Körper andauernd statt. Auf diese Art wird in der Kindheit das Körperwachstum ermöglicht, ebenso können Wunden heilen, die Regeneration der Haut oder das Haarwachstum werden ermöglicht und auch die ständige Neubildung der Blutzellen findet durch Zellteilung statt. Kontrollierte und unkontrollierte Teilung Normalerweise „wissen“ diese Zellen wann sie wachsen müssen (z.B. zur Wundheilung) und wann sie wieder damit aufhören sollen (z.B. wenn die Wunde wieder verschlossen ist). Wenn diese Regulation nicht mehr funktioniert spricht man von unkontrollierter Zellteilung. Diese Zellen bilden zunächst einen „Zellhaufen“, medizinisch Tumor genannt. Irgendwann können sich dann an anderer Stelle weitere Absiedelungen des Tumors bilden, man spricht dann von Metastasen. Bereits bevor sich Metastasen gebildet haben kann eine feingewebliche Untersuchung zeigen, ob der Tumor eine Neigung zur Metastasenbildung hat. Ist dies der Fall spricht man von Krebs. Therapie einer Krebserkrankung Die Therapie einer Krebserkrankung kann durch medikamentöse, chirurgische und strahlentherapeutische Maßnahmen erfolgen. Oft werden diese Maßnahmen auch kombiniert. Welche Therapie die richtige ist und in welcher Reihenfolge die einzelnen Schritte zu vollziehen sind ergibt sich aus der Art der Krebserkrankung, dem Grad der Ausbreitung, den Begleiterkrankungen des Patienten und nicht zuletzt dem Patientenwunsch. Eine medikamentöse Therapie kann dabei in kurativer (=heilender) Absicht gegeben werden oder als flankierende Therapie vor und/oder nach einer Operation, um die Heilungschancen durch die Operation zu erhöhen. Wenn eine Krebserkrankung zu weit fortgeschritten ist und eine Heilung nicht mehr möglich ist kann eine medikamentöse Therapie sehr häufig doch den Tumor zurückdrängen und teilweise Jahre in Schach halten. Dabei stehen neben der „klassischen“ Chemotherapie mittlerweile auch zielgerichtete Antikörpertherapien oder Medikamente zur Verfügung, die gezielt in die Proliferationskaskade, d.h. in den „Signalweg der Zellteilung“ der Krebszellen eingreifen. Die Rolle des Onkologen Der Onkologe ist der Facharzt für Krebserkrankungen. Er koordiniert die Untersuchungen zur Diagnosesicherung oder um das Ausbreitungsstadium festzulegen. Einige dieser Untersuchungen führt er auch selbst durch, beispielsweise den Ultraschall, die Knochenmarks- oder die Liquor(=Nervenwasser) punktion. Häufig wird dann in einer interdisziplinären Besprechung zwischen Onkologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen das weitere Vorgehen geklärt. Falls eine medikamentöse Therapie erforderlich ist wird diese vom Onkologen durchgeführt und überwacht. Auch die im Verlauf notwendige Diagnostik wie beispielsweise Laboruntersuchungen und CT-Untersuchungen werden vom Onkologen koordiniert. Eine weitere wichtige Aufgabe des Onkologen stellt das Management von Begleitsymptomen und therapiebedingten Nebenwirkungen dar. Häufig ist eine Tumorerkrankung mit Schmerzen und Allgemeinsymptomen wie Schwäche oder Übelkeit verbunden. Auch wenn eine vollständige Symptomkontrolle nicht immer möglich ist kann doch meistens eine Verbesserung erreicht werden. Nach Abschluss der medikamentösen Therapie, in Therapiepausen oder wenn keine krebsspezifische Therapie mehr gewünscht oder sinnvoll ist begleitet der Onkologe den Patienten weiter. Dabei wird auf eine enge Zusammenarbeit mit Hausarzt und ggfs. weiteren Spezialisten geachtet. Dr. med. Dominik Bruckner, niedergelassener Hämatologe und Onkologe ab Januar 2014, MVZ für Innere Medizin Weinheim