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Wenn das Herz aus dem Takt gerät

29. November 2013

Herzrhythmusstörungen: Harmlos oder fachärztlich behandeln

In Ruhe schlägt das gesunde Herz ruhig und regelmäßig 60 – 100 mal pro Minute. Von Herzrhythmusstörungen im weitesten Sinne spricht man, wenn das Herz unregelmäßig oder außerhalb dieser Grenzen schlägt. Die Bandbreite an Herzrhythmusstörungen ist sehr groß und kann vom harmlosen Herzstolpern bis hin zu akut lebensbedrohlichen Situationen reichen. Beim Herzstolpern handelt es sich in den meisten Fällen um harmlose Extraschläge, die oft keinerlei Behandlung bedürfen. Sie können aber auch Hinweis für eine organische Herzerkrankung sein. Vor allem jüngere Patienten berichten über anfallsweises Herzjagen. Dies ist in aller Regel harmlos, aber oft lästig. Mit speziellen Manövern kann das Herzrasen manchmal unterbrochen werden, z.B. durch das Trinken von eiskaltem Wasser oder dem möglichst langen Anspannen der Atem- und Bauchmuskulatur. Sollte dies nicht erfolgreich sein, so stehen verschiedene Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie zur Verfügung wie Beta-Blocker oder spezielle Rhythmusmedikamente. Bei zunehmender Häufigkeit der oder schlechter Verträglichkeit der Medikamente kommt die elektrophysiologische Untersuchung zum Einsatz. Hierbei wird im Katheter-Labor unter kontrollierten Bedingungen versucht, die Rhythmusstörung auszulösen, um mit einer Verödung, auch Ablation genannt, diese Rhythmusstörung zu beseitigen. Mit zunehmendem Alter ist Vorhofflimmern die häufigste Rhythmusstörung. Dabei ist der normale Sinusrhythmus gestört und das Herz schlägt unregelmäßig. Dadurch können sich im linken Vorhof Blutgerinnsel bilden, die in den Körperkreislauf geraten und dort einen Schlaganfall verursachen können. Daher ist diese Rhythmusstörung ernst zu nehmen, unabhängig davon, ob Symptome auftreten oder nicht. Wichtig ist eine ausreichende Blutgerinnungshemmung. Zudem sollte immer eine Mitbetreuung durch einen Kardiologen erfolgen, um eine bestehende Herzerkrankung zu erkennen. Mit Medikamenten lässt sich das Vorhofflimmern in aller Regel gut in den Griff bekommen. Wenn erforderlich, wird das Vorhofflimmern in Kurznarkose durch einen Elektroschock in den normalen Herzrhythmus gebracht. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit, mit einer Verödung, einer sogenannten Pulmonalvenen-Isolation, den normalen Sinusrhythmus wiederherzustellen bzw. zu erhalten. / Dr. med. Alexandros Skarlos (Quelle: Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung "Ärzte-Forum", 06.11. 2013)